Herbstgedanken oder „manche lernens nie“?

Jedes Jahr – und das weiß schon ich als Vierjähriger – kommt der Wetter- Herbst, manchmal früher manchmal später. Mit sonnigen, warmen Tagen und mit sonnigen, kalten Tagen. Die Blätter an meinen Lieblingsbäumen verfärben sich (ich wars  nicht!!), fallen ab und machen die Wiese so herrlich färbig, dass hund gerne darin herumtollt.

Und ich weiß, dass ich an sonnigen, kalten Tagen meine Geschäfte draußen effizienter erledige ùnd ich doch mehr Zeit im warmen Büro verbringe. Ich taste mich schön langsam an die kältere Zeit heran. Das ist doch vernünftig, oder?

Aber was macht meine Erziehungsberechtigte? Wie beim Pawlow`schen Hund ist ihre Reaktion voraussehbar:  Sonne ist gleich warm ist gleich Gassi gehen mit Sommermantel, ohne Schal.  Es nützt auch nichts, wenn ich sie mit warnendem Blick ansehe,  stur geht sie ihrer Erkältung entgegen.

Und jetzt hab ichs, mit einer Stimme, die nach Sex-Hotline (0-Ton einer Freundin, ich weiß ja nicht, was die da meint) klingt und triefenden Augen liegt Frauchen im Bett und ich kann sie pflegen.  Also den Tee bringt schon Herrchen, aber ich habe die Verantwortung. Kaum  lässt sie den Berg Papiertaschentücher ohne Aufsicht, bemühe ich mich um die Zerkleinerung. Liegt sie lesend auf der Couch, lasse ich es zu, dass sie mich krault (mentale Unterstützung nennt man das). Die Verdauungsspaziergänge mache ich jetzt alleine (da schimpft auch keine, wenn ich versuche, unseren stacheligen Überwinterungsgast aufzustöbern.  So gesehen,  hätte die Verkühlung schon länger dauern können, aber, das ist eine andere Geschichte.)

Was ist die Lehre aus der Geschichte:  älter werden heißt nicht unbedingt, vernünftiger zu werden bei den Menschen.  Aber  vielleicht lernt „Sie“ es doch noch einmal: Herbst ist gleich Sonne ist gleich Verkühlungsmöglichkeit ist gleich Schal und Jacke bereitlegen.

Und jetzt geh ich in den Garten, da riecht`s schon wieder nach Igel …

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