Sommergedanken

 

Jetzt weiß ich, was ein Netz ist!

 

 

Ich kannte das Netz ja bisher nur als das Einkaufsnetz, in dem meine Leckerlis verstaut und immer viel zu spät ausgepackt wurden.

 

Wenn meine angeblich Erziehungsberichtigte (= aEB) von Netzwerken sprach, dachte ich immer an ihre Kooperationen mit Kollegen und Mitbewerbern/innen (früher hat man da ja wohl Konkurrenz gesagt, aber das schickt sich ja nicht mehr), an ihre  diversen Unterstützungsaktivitäten  und ihren Bekanntenkreis.

 

Jetzt weiß ich, dass viel mehr dahinter steckt und ich auch ein Teil dieses Netzes bin. Denn ich hatte einen sehr schönen Sommer:

 

Ich habe mit dem Freundinnenkreis meiner aEB die letzten Monate einer lieben Freundin miterleben und mitgestalten dürfen. Fast in Selbstorganisation haben dort viele Hände ohne viel Aufhebens Krankenhausbesuche und –transporte organisiert und begleitet, haben Essen vorgekocht, zubereitet, Besorgungen erledigt, gemeinsam viel gelacht  und manchmal auch geweint, Musik gehört, Geschichten gelesen, Rollstuhlfahren gelernt …

 

Und als es ans Verabschieden ging, war für Jede Zeit genug, das in liebevoller und unaufgeregter Weise zu tun. Und ich war Teil davon, wurde geknudelt, wenn eine ihre Tränen nicht zeigen wollte, und bin zu Füßen von Herta – wir haben in dieser Zeit unsere Liebe zueinander entdeckt – gelegen, wenn die Freundinnen über das Leben, die täglichen Ereignisse außerhalb der abgeschirmten Welt reflektiert haben. Es war ein schöner Sommer.

 

Das Verabschieden dauert und eigentlich weiß ich ja, sie wird immer irgendwo in meiner Nähe sein, meine Freundin Herta. Denn aus so einem feinen Netz fällt niemand heraus, der das nicht will. Und das ist – für mich – beruhigend.

 

Ja, es war ein schöner, ein besonderer  Sommer.

 

 

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://heyduk.co.at/wordpress/sommergedanken/