Toskana – Impressionen 2019

Wie immer, wenn wir hier auf dem Weingut sind, haben wir Besuch. 

Heuer sind wir im Haus Gallo und im Umfeld besonders divers: 

Menschen mehrerer Altersklassen und Nationen, Fleischesser*innen und Vegetarier*innen, befreundete Hunde, ungebetene Wildschweine, ein Fuchs, ein Dachs, ein Stachelschwein, wunderschöne Bienen und Schmetterlinge, Unmengen von Schwalben, unterschiedlichste Blutsauger (kaum sicht- aber spürbar) …

Alles kann ich derzeit nicht so gut überblicken, aber ich beschreibe mein engeres Beobachtungs-Revier:  Eine große Küche, zwei Bade- und drei Schlafzimmer. 

In jedem dieser Zimmer bin ich gern gesehener Gast, stiller Beobachter, und ich bin diskret. 

 „Unser“ Großneffe macht heuer mit den Oldies Urlaub. Als Geburtstagsgeschenk bekam er die Verteilungsfreiheit für zwei der Schlafzimmer für zwei Wochen. Generationen-Mix war angesagt und ich sehr neugierig, was sich da tun würde (meine a.E*) ist als „ordnungsliebend“  und diskussionsfreudig bekannt)

Es hat funktioniert! 

Der Rahmen (was heißt bei uns Ordnung im gemeinsam genutzten Raum) wurde abgesteckt und alle haben sich – im Rahmen ihrer Möglichkeiten, mit Auslegungspotenzial  – daran gehalten. 

Ich wurde zusätzlich zu den bekannten diversen Familienmitgliedern (20 bis 70-jährig, Migrationshintergrund von Burgenland bis Frankreich) – von vier jungen Studentinnen – italienisch-, englisch- und deutschsprachig – aus Italien und Österreich verwöhnt.  (Auch sie wussten sehr schnell, wer hier der Hauptakteur ist und haben sich gut mit mir gestellt, maE sagt „eingeschleimt“)

Nächtelang wurde diskutiert, gespielt, gemeinsam gekocht und gegessen. Manchmal altersübergreifend, manchmal „unter sich“, das galt auch für Ausflüge und Besichtigungen. 

Die partielle Mondfinsternis haben wir gemeinsam mit dem Betreiber der Wein- und Olivenberge beobachtet, der die passende Musik (Pink Floyd: „the dark side of the moon“) und geistige Getränke beisteuerte. 

Es waren schöne gemeinsame Tage, aus denen ich gelernt habe:  

das Miteinander funktioniert bei so unterschiedlichen Menschen, wenn der Rahmen klar ist, Abweichungen angesprochen werden, Freiräume möglich sind und Unterschiedlichkeiten akzeptiert werden können.  

Aber das ist ja nichts Neues, das kennen wir ja schon aus Oberösterreich, oder?

Sam, der Beobachter.

*)maE = meine angeblich Erziehungsberechtigte

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